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07.02.2022

Saferinternet.at: Cyber-Mobbing hat in der Pandemie zugenommen 

Studie: 17 Prozent der Jugendlichen waren bereits Opfer von Cyber-Mobbing

Anlässlich des 19. internationalen "Safer Internet Day" am 08. Februar 2022 präsentiert Saferinternet.at gemeinsam mit Jugendsstaatssekretärin Claudia Plakolm eine aktuelle Studie zum Thema „Cyber-Mobbing in Zeiten der Pandemie“. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Cyber-Mobbing,  das absichtliche und über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen, Belästigen oder Ausgrenzen von Personen über digitale Medien, hat in der Pandemie deutlich zugenommen. Am häufigsten passiert es im schulischen Umfeld. Eltern und Schulen sind gefordert, junge Menschen noch stärker zu unterstützen.


Für die im Auftrag von Saferinternet.at und ISPA - Internet Service Providers Austria - durchgeführte Studie wurden im Dezember 400 Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren online befragt. Demnach geben 17 % der Befragten an, dass sie schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing waren, 42 % haben dies bereits bei anderen mitbekommen. Jede/r Zehnte sagt sogar, selbst schon aktiv mitgemacht zu haben.

Mehr Vorfälle in Zeiten der Pandemie

Die Pandemie mit ihren wiederholten Lockdowns hat zu einer Verlagerung des Sozial- und Schullebens in die Online-Welt geführt. Knapp die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, dass Cyber-Mobbing in Zeiten von Distance Learning häufiger vorkommt. Jugendliche haben bei sich und anderen im Home-Schooling erlebt, dass die Teilnahme am Online-Unterricht absichtlich schwer gemacht wurde (30 %), dass sie oder jemand anders bewusst von schulischen Informationen ausgeschlossen (23 %) oder während des Online-Unterrichts verspottet wurden (22 %). Cyber-Mobbing findet also in solchen Fällen auch vor den Augen der Lehrenden statt.

Betroffene wissen, wer hinter Attacken steckt

In der öffentlichen Wahrnehmung agieren die TäterInnen von Cyber-Mobbing vorwiegend anonym. Die Befragung der Jugendlichen widerlegt damit den Mythos des anonymen Täters: Die Mehrheit gibt an, dass Opfer von Cyber-Mobbing gewöhnlich ahnen, wer dafür verantwortlich sein könnte oder es sogar genau wissen. Dass Cyber-Mobbing vor allem im schulischen Umfeld passiert, zeigt sich auch hier: 43 % der Jugendlichen geben an, dass die TäterInnen dort zu finden sind, gefolgt von Internet-UserInnen (21 %) und Bekanntenkreis (8 %).

Eltern und Schulen sind gefordert

Als wichtigste Strategie gegen Cyber-Mobbing erachten es die Jugendlichen, sich Hilfe zu holen. FreundInnen werden von 78 % als wichtigste Ansprechpersonen genannt, gefolgt von Eltern (71 %) und Lehrenden (64 %). Die Eltern nehmen somit eine entscheidende Rolle in der Prävention von Cyber-Mobbing ein. An ihnen liegt es, von klein auf zu vermitteln, wie man mit Konflikten offline und online umgehen und diese lösen kann. Das schulische Umfeld sowohl Ort des Geschehens als auch Ort der Hilfe und Prävention. Daher müssen dort gerade in den schwierigen Zeiten der Pandemie Angebote und Maßnahmen forciert werden. 

Die ISPA unterstützt Eltern und PädagogInnen bei der Prävention und Bewältigung von "Cyber-Mobbing" und "Hass im Netz" mit den Broschüren "Hasspostings", "Hasspostings schneller löschen" und „Technischer Kinderschutz (kompakt)“. Zusätzlich behandeln das ISPA-Kinderbuch „Der Online-Zoo“ und die gleichnamige Videoreihe das Thema Cyber-Mobbing und andere Risiken im Umgang mit dem Internet. 

Über die Studie

Die Studie zum Thema „Cyber-Mobbing“ wurde vom Institut für Jugendkulturforschung und Kulturvermittlung im Auftrag von Saferinternet.at und ISPA - Internet Service Providers Austria durchgeführt. Bei der Online-Umfrage wurden 400 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund befragt. Ergänzt wurde die Studie mit Praxiserfahrungen aus Saferinternet.at-Workshops.
 

 

 

 

 

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