ISPA Forum

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ISPA Forum 2020

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Allgemeine Informationen

Beginn:
28.05.2020, 15:00 Uhr
Ende:
28.05.2020, 17:00 Uhr

Informationen über den Veranstaltungsort

Veranstaltungsort:

DIE Digitalisierung: ziemlich weiblich, oder?

Bundesministerin Köstinger eröffnete das diesjährige ISPA Forum, bei dem das Potential für Frauen in der IKT-Branche aus der weiblichen Perspektive diskutiert wurde.

„Es ist heutzutage selbstverständlich, dass Frauen technische Berufe ergreifen. Trotzdem braucht es noch Vorreiterinnen, die auch neue Wege gehen und Vorbilder für andere junge Frauen sind“, erläuterte die für Telekommunikation zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger. Denn trotz zahlreicher Initiativen, um mehr Mädchen und junge Frauen für Technik zu begeistern, gibt es – mit einem Frauenanteil von 18,4 % (Eurostat 2019) – im Verhältnis noch immer viel mehr Männer in der Digitalbranche. Beim ISPA Forum am 28. Mai diskutierten erfolgreiche Technik-Frauen aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft Lösungsansätze und konkrete Handlungsoptionen.

Der "heiße-Kartoffel"-Effekt

Anita Thaler, die in Graz am Interdisziplinären Forschungszentrum für Technik, Arbeit & Kultur forscht, präsentierte in ihrem Vortrag, wie wir dem „heiße-Kartoffel“-Effekt entkommen und eine gender- und diversity-faire IT erreichen. Sie erzählte, dass beim Thema Geschlechterungerechtigkeit die Verantwortung – die heiße Kartoffel – oft zwischen Bildung, Politik und Unternehmen hin- und hergeschoben wird. Das Ziel sollte aber sein, dass jeder und jede im eigenen Bereich konkrete Veränderungen anstrebt. Thaler betonte zudem, dass nicht allein Frauen, sondern alle davon profitieren, wenn Bias, also unbewusste Zuschreibungen, sichtbar gemacht und reflektiert werden. Damit dies gelingt, sei auch ein Perspektivenwechsel notwendig. „Ich plädiere für eine gender- und diversity-faire IT, damit IT-Entwicklungen soziale Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer treffen und gesellschaftliche Konsequenzen berücksichtigen. Und dafür braucht es diverse IT-Teams mit Gender-Expertise, abseits von stereotypen-basiertem Alltagswissen“, argumentierte Thaler.

Großes Potenzial der IT-Branche

Wie Unternehmen den Genderaspekt mitdenken und zu ihrem Vorteil nutzen können, erläuterte Vera Futter-Mehringer, Head of HR & Communication der twinformatics GmbH. In der IT-Branche sieht sie ein großes Potential, denn „Qualifikation und Können haben, unabhängig vom Geschlecht, einen besonders hohen Stellenwert. Zudem hat COVID 19 gezeigt, dass die IT krisensicher und gleichzeitig hoch flexibel in der modernen Arbeitswelt ist, denn Home-Office ist hier gelebte Praxis“, so Futter-Mehringer. Gleichzeitig ermunterte sie alle IT-Frauen, auch Zeit und Leidenschaft ins persönliche Networking zu investieren.

Hürden für junge Frauen

Dass junge Frauen in der Technik dennoch teils große Hürden überwinden müssen, berichtete Kornelia Pepl, Studierende an der HTL Spengergasse. „Obwohl wir im Jahr 2020 sind, müssen sich weibliche Studierende im Informatikbereich weiterhin mehr anstrengen als ihre männlichen Kollegen, um ernstgenommen zu werden. Das Bedürfnis, sich zu beweisen und wahrgenommen zu werden, hat in den letzten Jahren trotz Emanzipation nicht abgenommen“, brachte Pepl in die Diskussion ein. Wie die Schule beim Überwinden dieser Hürden unterstützen kann, erläuterte Margareth Antonescu, Gender- & Diversity-Beauftragte an der HTL Spengergasse: „In unserer pädagogischen Tätigkeit ist Gender ein wichtiger Aspekt, denn die richtigen Aktivitäten beeinflussen das Schulklima positiv und machen den Lebensraum Schule zu einem Ort der gelebten Vielfalt, wo jede Person wahrgenommen und als Individuum akzeptiert wird“. Als konkrete Beispiele, um mehr Mädchen für eine technische Ausbildung zu begeistern und ihnen Unterstützung zu bieten, nannte sie Vernetzungstreffen für Schülerinnen und Informationsstände für Mädchen und junge Frauen beim Tag der offenen Tür.

Diversität als Chance

Verena Fuchsberger, Postdoc am Center for Human-Computer Interaction an der Universität Salzburg, informierte über das Projekt FEMMAD (Female* Engagements in Making - Making a Difference). Sie ging darauf ein, dass die Gesellschaft davon profitiert, wenn möglichst viele unterschiedliche Menschen auf der Entwicklungsebene beteiligt sind. Dieses Potential müsse verstärkt genutzt werden. „Die Diversität der Menschen ist eine riesige Chance; sie zu sehen, sie ernst zu nehmen, sie beispielsweise in der Technologiegestaltung zu nutzen ist offenbar aber eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft“, führte Fuchsberger aus.

Das ISPA Forum fand dieses Jahr zum ersten Mal als reine Online-Veranstaltung statt. ISPA Vorständin Natalie Ségur-Cabanac moderierte das erfolgreiche Online-Panel, das von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern online mitverfolgt wurde.


Programm

Begrüßung (Harald Kapper)

Eröffnung (Elisabeth Köstinger, angefragt)

Impulsreferat (Anita Thaler)

Podiumsdiskussion

Networking

Podiumsgäste


Moderation

Natalie Ségur-Cabanac, ISPA Vorständin


Nähere Informationen zu den Podiumsgästen

Margareth Antonescu trägt ein blass-rosa Oberteil und einen rosa-weiß-geblümten Schal, sie lächelt mit geöffnetem Mund
Prof. Mag. Dr. Margareth Antonescu

Margareth Antonescu ist Gender-& Diversity-Beauftragte an der HTL Spengergasse, wo sie seit 1991 ausschließlich unterrichtet. 

Nach der Matura am Gymnasium Gottschalkgasse in Wien Simmering studierte sie an der Universität Wien Evangelische Religionspädagogik und Germanistik Lehramt. Nach dem Abschluss des Studiums unterrichtete sie an verschiedenen Schulen in Wien und ab 1991 an der HTL Spengergasse. 2010 promovierte sie in Deutscher Philologie über eine Bibelhandschrift aus dem Stift Klosterneuburg.

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Verena Fuchsberger mit hellbraunem, schulterlangem Haar, sieht freundlich, aber nicht lächelnd in die Kamera. Sie trägt ein schwarzes Oberteil.
MMag. Dr. Verena Fuchsberger

Verena Fuchsberger ist Postdoc am Center for Human-Computer Interaction an der Universität Salzburg und beschäftigt sich in ihrer Forschung mit dem Zusammenspiel von Menschen und Technologien sowie deren physischen und digitalen Bestandteilen.

An der Angewandten Informatik in Salzburg hat sie zu Human-Computer Interaction (HCI) promoviert. Sie ist die erste Preisträgerin des Wiener Hedy Lamarr-Preises für innovative Frauen in der IT.

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Portrait von Vera Futter-Mehringer, freundliches Lächeln, trägt unaufällige Brille ohne Rahmen, sie trägt eine weiße Bluse unter einem schwarzen Blazer, blonde schulterlange Haare mit leichter Welle
Mag. Vera Futter-Mehringer

Mag. Vera Futter-Mehringer ist seit rund 30 Jahren im HR-Bereich – meist mit dem Schwerpunkt „Change“ – tätig und konnte ihre Leitungsfunktionen stets in Unternehmen mit technologischem Schwerpunkt wahrnehmen. Aktuell leitet sie als Head of HR & Communication den Wachstumsprozess der twinformatics GmbH, dem IT-Systemhaus der VIG/Wr.Städtischen Versicherung/Donauversicherung.

Im Zuge ihrer Arbeit hat sie bereits drei Staatspreise für herausragende Leistungen in HR erhalten und ist heute selbst Jurymitglied für den Staatspreis KnewLEDGE.

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Cornelia Pep, mit schulterlangem braunen Haar trägt ein graues Oberteil, fräundlicher Blick mit geschlossenem Mund
Kornelia Pepl

Kornelia Pepl ist Studierende in einem Aufbaulehrgang für Informatik an der HTL Spengergasse im letzten Ausbildungsjahr. Davor absolvierte sie die Fachschule an der HTL Rennweg.

In der derzeitigen Klasse ist sie eine von zwei weiblichen Studierenden. In der Zeit an der HTL Rennweg hat sie die Abteilung für Informationstechnologie besucht. Als Projektleiterin in einer Gruppe mit vier Männern hat sie die Unterschiede von Männern und Frauen in einer Führungsposition ebenfalls bereits kennengelernt.

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Anita Thaler, mit langen, dunklen Haaren trägt ein graues Oberteil und einen roten Blazer, freundlich lächeln und die Zähne sind sichtbar
Fotocredit: (c) photo riccio, www.riccio.at
MMag. Dr. Anita Thaler

Anita Thaler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFZ (Interdisziplinäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur) und leitet den dortigen Forschungsbereich Frauen* – Technik – Umwelt sowie die Arbeitsgruppe Queer STS. In ihrer Forschung untersucht sie Wechselwirkungen von Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft und fokussiert dabei auf Transitions- und Bildungsprozesse in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Geschlechtergerechtigkeit.

Neben zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland lehrt sie an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Sie studierte Psychologie (zertifizierte Arbeitspsychologin), Erziehungs- und Bildungswissenschaften und Frauen- und Geschlechterforschung an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Für ihre Dissertation „Berufsziel Technikerin?“ wurde sie vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung mit dem Gabriele-Possanner-Förderungspreis 2007 ausgezeichnet.

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Aufnahme ISPA Vorstand Ing. Harald Kapper
Fotocredit: © Christian M. Kreuziger | bildtext.com für kapper.net
Harald Kapper

Geboren 1973, studiert der Oberösterreicher nach erfolgreicher HTL-Ausbildung in Leonding an der Universität Wien. Parallel dazu arbeitet Kapper als freier Journalist und Autor, entwickelt 1994 einen ersten Online-Shop als EDV-Techniker und entdeckt in der Folge das Internet als Medium und Technologieträger – woraus 1996 die Gründung von kapper.net folgt. Im Rahmen des Providerverbundes „Vienna Backbone Service“ erfolgt die erste Entwicklung von Breitband-Internet.

Heute setzt kapper.net vorwiegend auf Infrastrukturlösungen und integrierte Internet-Anwendungen für seine Kunden. Harald Kapper setzt seinen Schwerpunkt innerhalb der ISPA für "die kleinen Provider" und ihre Anliegen und möchte für die Mitglieder des Dachverbandes künftig noch besseren Service in Rechtsfragen oder auch Hilfestellung im Umgang mit gemeinsamen Herausforderungen bieten.

Seit November 2016 ist Harald Kapper Präsident der Internet Service Providers Austria (ISPA).

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Dr. Natalie Ségur-Cabanac

Natalie Ségur-Cabanac ist ISPA Vorständin und Head of Regulatory bei Hutchison Drei Austria. Sie ist dort für alle Themen rund um Regulierung und Datenschutz zuständig.

Geboren 1973, promovierte sie 1998 zur Doctorin iuris, die Rechtsanwaltsprüfung folgte 2001. In den darauffolgenden Jahren war sie als Konzipientin in Anwaltskanzleien in Wien tätig. 2002-2005 arbeitete sie als Senior Lawyer bei One GmbH, anschließend ein Jahr als Unternehmensjuristin bei LBG Wirtschaftstreuhand und Beratungsgesellschaft. Bei Hutchison Drei Austria ist Ségur-Cabanac seit 2006 beschäftigt, zuerst als Legal Advisor und seit 2014 als Head of Regulatory.

Ségur-Cabanac ist zertifizierte HR-Managerin, Mitglied des Malteser Hospitaldienstes und Vorstandsmitglied beim Privacy Officers-Verein österreichischer betrieblicher und behördlicher Datenschutzbeauftragter (www.privacyofficers.at).

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