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31.01.2013

Saferinternet.at: Aktuelle Studie - 41 Prozent der 3- bis 6-Jährigen regelmäßig im Internet

Safer Internet Day 2013: EU-Initiative Saferinternet.at unterstützt Eltern und Pädagogen bei der Interneterziehung

Zum 10. internationalen Safer Internet Day am 5. Februar 2013 präsentiert Saferinternet.at die Ergebnisse der aktuellen Studie zum Thema „Internetnutzung und digitale Kompetenz im Vorschulalter“. Bereits 41 Prozent der 3- bis 6-Jährigen haben regelmäßig Kontakt mit der Online-Welt. Dabei sind Spielen, Fotos und Videos ansehen die beliebtesten Beschäftigungen im Netz. Die steigende Verbreitung von Tablets und Smartphones wird den Trend zur frühen Internetnutzung weiter verstärken. Daher wurden ein neuer Elternratgeber und ein Handbuch für zukünftige Kindergartenpädagogen mit praktischen Tipps für die Interneterziehung der Jüngsten präsentiert.

Wien, 31. Jänner 2013 – Der erste Kontakt von Kindern mit dem Internet findet immer früher statt. Daher ist es für Eltern eine ständig wachsende Herausforderung, auch schon ihre Kleinsten bei der sicheren Mediennutzung anzuleiten. Die Initiative Saferinternet.at beauftragte das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) mit einer Studie zum Thema "Internetnutzung und digitale Kompetenz im Vorschulalter". In Telefoninterviews wurden 402 Eltern mit Kindern zwischen 3 und 6 Jahren zu Internet-fähigen Geräten, Internetnutzung und Medienerziehung ihrer Sprösslinge befragt.

Beinahe die Hälfte aller 3 bis 6-Jährigen nutzen regelmäßig das Internet

Die Ergebnisse der Befragung waren aufgrund des Alters der Kinder besonders überraschend: 52 Prozent der Kinder zwischen 3 und 6 Jahren waren schon einmal im Internet. 41 Prozent der Eltern gaben an, dass ihre Kinder mindestens einmal pro Woche das Internet nutzen. Die durchschnittliche Online-Zeit beträgt dabei eine Stunde pro Woche. Dabei zeigt sich, dass die Zeit, die 3- bis 6-Jährige im World Wide Web verbringen, mit der Internetaffinität der Eltern ansteigt.

Die am häufigsten genutzten internetfähigen Geräte sind Computer bzw. Laptop (34%), gefolgt von Spielkonsolen (14%), Smartphones der Eltern (11%) und Tablet-Computer (6%). Mobile Geräte sind noch von geringer Bedeutung, werden allerdings in den nächsten Jahren stark aufholen. Wenn Tablets im Haushalt vorhanden sind, werden diese von Kindern am liebsten verwendet. Die beliebtesten Online-Aktivitäten der Kinder sind Spielen (34%), Fotos (33%) bzw. Videos (27%) ansehen und Musikhören (24%).

Maximilian Schubert, Generalsekretär des Saferinternet.at-Partners ISPA: „Die Studie verdeutlicht, welche Bedeutung das Internet mittlerweile in der Gesellschaft hat. Dass bereits mehr als die Hälfte der Kinder zwischen drei und sechs Jahren Internet-fähige Geräte nutzt und über ein Drittel der Kinder auch tatsächlich im Internet unterwegs ist, sehen wir als ein wichtiges Signal, den sicheren Umgang mit diesem Medium so früh wie möglich zu fördern.“

Bewusstsein für frühe Interneterziehung bei Eltern nicht vorhanden

Ein Großteil der Eltern (92%) sieht es als ihre Pflicht, ihren Kindern den kompetenten und sicheren Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Bildungseinrichtungen wie Kindergarten, Schule etc. folgen auf dem zweiten Platz mit 64 Prozent, gefolgt von außerschulischen Angeboten mit 19 Prozent. Auch die Orientierung der Kinder am eigenen Verhalten nehmen die Eltern ernst: Acht von zehn Eltern stimmen der Aussage zu, dass sie eine große Vorbildwirkung bei der Internetnutzung haben.

Allerdings sehen Eltern die Interneterziehung im Vorschulalter noch nicht als wichtig an. Obwohl 41 Prozent der Kinder zwischen 3 und 6 Jahren schon regelmäßige Erfahrungen mit dem Internet haben, sind nur 11 Prozent der Eltern überzeugt, dass ihre Kinder in diesem Alter den verantwortungsvollen Umgang lernen sollten. Die Mehrheit (49%) vertritt die Meinung, dass Interneterziehung im Volksschulalter notwendig ist. Mehr als ein Drittel der Eltern (36%) sind jedoch der Auffassung, dass erst nach der Volksschule die Zeit dafür reif ist.

Gerade Kleinkinder können im Internet auf Angebote stoßen, die sie verängstigen oder bei mobilen Geräten Kostenfallen darstellen. Um das zu vermeiden, sollten Eltern ihre Geräte durch Jugendschutzeinstellungen und die Auswahl geeigneter Angebote für die Nutzung durch den Nachwuchs vorbereiten. Leider verabsäumen bisher zwei Drittel der Eltern genau diese Vorbereitungen. Nur die Hälfte der befragten Erziehungsberechtigten (51%) findet es einfach, altersgerechte Inhalte und Apps für ihre Kinder zu finden.

Bernhard Jungwirth, Projektleiter Saferinternet.at: „Viele Eltern ignorieren derzeit noch ihre Verantwortung, auch schon die Jüngsten auf die Welt der Internets vorzubereiten. Wie die Studienergebnisse zeigen, sind Eltern aufgefordert, schon früh mit der Interneterziehung zu beginnen. Das heißt: gute Angebote auswählen und nicht wegschauen, klare Regeln vorgeben, Limits setzen und rechtzeitig Alternativen anbieten. Kurz: Kinder müssen bei der Mediennutzung aktiv begleitet werden und das Internet ist kein Babysitter.“

Aktueller Elternratgeber „Safer Internet“ und Handbuch für Kindergartenpädagogen

Die Neuauflage des bewährten Elternratgebers, der von Saferinternet.at in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) erstellt wurde, hilft Eltern mit wertvollen Tipps bei der Erziehung. Neu ist dieses Jahr auch das Handbuch für die Kindergarten-Ausbildung, das gemeinsam mit Elementarpädagogen und der Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) entwickelt wurde. Auf mehr als 50 Seiten wird speziell für Kindergartenpädagogen auf die „Medienkindheit“ eingegangen und mit praxisnahen Tipps zur Aus- und Weiterbildung beigetragen.

Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin Saferinternet.at: „Es ist wichtig, bereits früh einen Grundstein für die sichere Internetnutzung zu legen. Deshalb sind wir bemüht, Eltern und Kindergartenpädagogen auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Dabei geht es nicht um Technikwissen, sondern um soziale Kompetenzen. Kinder müssen auch für die digitale Welt lernen in unangenehmen Situationen „Nein zu sagen“, eigene Grenzen zu erkennen, Situationen in denen sie Angst haben zu bewältigen oder den respektvollen Umgang miteinander zu üben.“

Download und kostenlose Bestellung der Materialien unter: www.saferinternet.at/broschuerenservice

Safer Internet Day 2013: 120 Schulen machen mit

Der internationale Safer Internet Day findet am 5. Februar 2013 unter dem Motto "Connect with respect" zum 10. Mal statt. Zum Jubiläum wurden Schulen österreichweit aufgerufen, am Safer Internet Day 2013 teilzunehmen. In Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur findet im gesamten Februar 2013 der Safer Internet-Aktions-Monat statt. Schon 120 Schulen sind dem Aufruf gefolgt und haben unterschiedlichste Projekte und Initiativen gestartet.
Eine weitere Möglichkeit, beim 10-jährigen Jubiläum des Safer Internet Day mitzumachen, ist der Safer Internet-Song „Hier heimisch“. Alle Informationen zum Safer Internet Day können unter www.saferinternetday.at nachgelesen werden.

Über Saferinternet.at

Saferinternet.at unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende bei der sicheren Nutzung des Internet und liefert hilfreiche Tipps und Hilfestellungen zu Themen wie Soziale Netzwerke, Datenschutz, Jugendschutz, Computerspiele, Online-Shopping, Virenschutz, Medienerziehung etc. Die Initiative wird vom ACR-Mitglied Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) in Kooperation mit dem Verband der Internet Service Providers Austria (ISPA) koordiniert und in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand, NGO und der Wirtschaft umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt durch das "Safer Internet Programm" der Europäischen Union, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend sowie A1. Detaillierte Informationen zu allen Aktivitäten von Saferinternet.at gibt es unter www.saferinternet.at. Für Fragen und Anregungen zu Saferinternet.at können sich Interessierte per E-Mail an office (a) saferinternet.at wenden.

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