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19.05.2021

Meldungen illegaler Inhalte an Stopline haben sich 2020 verdreifacht

2020 hat vieles geändert: Social Distancing, Online Meetings und Homeoffice hielten Einzug in den Alltag und mit ihnen ein rasanter Anstieg des Internetkonsums. Auch für die Stopline war es ein forderndes Jahr, in dem insgesamt 27.000 Online-Meldungen eingingen – eine Steigerung um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Sensibilität bei Nutzerinnen und Nutzern für missbräuchliche Inhalte ist unverändert hoch: Etwa jede dritte Meldung – insgesamt 7.700 – wurde von den Stopline Mitarbeiterinnen als illegal eingestuft.

Neben der Meldebereitschaft der Nutzerinnen und Nutzer stellt vor allem die geteilte Verantwortung zwischen Meldestelle, Providern und Behörden in Österreich seit mehr als 20 Jahren ein erfolgreiches Modell zur Entfernung illegaler Inhalte dar. Freiwillige Selbstregulation funktioniert in diesem Fall, sowohl national als auch grenzüberschreitend. Das bestätigt auch die langjährige Kooperation der Stopline im internationalen Netzwerk von INHOPE, das derzeit aus ca. 50 Meldestellen weltweit besteht. „Zusätzliche Maßnahmen wie verpflichtende Uploadfilter wirken dem erfolgreich etablierten Modell nur entgegen. Österreichische Provider nehmen ihre Verantwortung bereits wahr und sorgen dafür, dass illegale Inhalte möglichst rasch aus dem Netz verschwinden.“, so Peter Oskar Miller, ISPA Vorstand.  In der Regel werden illegale Inhalte bereits nach wenigen Stunden gelöscht - nicht nur gesperrt – und sind so garantiert im Internet nicht mehr auffindbar. 

Österreich seit Jahren unattraktiver Hosting-Standort für illegale Inhalte

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass nur ein Prozent der illegalen Inhalte in Österreich veröffentlicht wurde. Das Land bleibt daher aufgrund des raschen Einschreitens aller Beteiligten ein unattraktiver Hosting-Standort für sexuelle Missbrauchsdarstellung Minderjähriger. Illegale Inhalte werden vielfach dort gehostet, wo unbürokratische und billige IT-Infrastruktur vorhanden ist oder die Gesetzeslage das Veröffentlichen derartiger Inhalte zulässt. 2020 führten die USA, Hongkong und die Niederlande die Stopline-Statistik der Hosting-Länder für illegales Material an.

„INHOPE unterstützt weltweit Initiativen, um neue Hotlines zu etablieren. Ich bin stolz, dass wir als Stopline – und Gründungsmitglied von INHOPE – unsere langjährige Erfahrung und Expertise in diesem globalen Netzwerk einbringen können. Denn nur durch den engen Austausch und die Zusammenarbeit aller Meldestellen können wir einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen illegale Inhalte im Internet erzielen“, berichtet Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline.

Ein Schwerpunkt soll auch in Zukunft auf der Bekanntmachung und weiteren Vernetzung der österreichischen Meldestelle liegen. Denn nur wenn Nutzerinnen und Nutzer vermeintlich illegale Inhalte melden, kann Stopline aktiv werden und einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Internet für alle leisten.

Zusätzliches Bildmaterial und Informationen über die Meldestelle finden sich auf der Webseite der Stopline. Den INHOPE Jahresbericht 2020 können Sie hier herunterladen.

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